Whiskyzug der Sauschwänzlebahn

Bericht zum Whisky-Tasting in der Sauschwänzlebahn #whiskyzug

Am 19.10.2013 trafen sich die Jungs um an einem Whisky-Tasting in der Sauschwänzlebahn beizuwohnen. Zusätzlich mit dabei waren Achim S. und Jens S., von denen sich letzterer bereit erklärt hatte, den Fahrdienst zu übernehmen. Vom Veranstalter angepriesen war ein Abend in entspannter Atmosphäre, eine historische Dampfzugfahrt verknüpft mit insgesamt vier Whiskyproben und im Anschluss ein Buffet im Eisenbahnmuseum am Bahnhof Blumberg-Zollhaus.

Wir hatten diesen Event, der je Person mit 34 Euro zu Buche schlägt, entdeckt und waren sofort entzückt. Die Vorstellung in einem nostalgischen Zug zu reisen, und sei es auch nur kurz, und dabei gute Whiskys zu verkosten begeisterte uns. Und samstags ab 16.45 Uhr schien uns ein geradezu perfekter Termin zu sein. Das angekündigtes Buffet verstärkte diesen Eindruck nachhaltig 🙂

So fanden sich die Beteiligten in Tuttlingen ein und fuhren gemeinsam zum Bahnhof Blumberg-Zollhaus, wo sie zugegebener Maßen einige Minuten zu spät ankamen. Das machte aber nichts, denn wie sich herausstellte, kamen eine Menge Leute noch nach unseren wackeren Verkostern, von denen viele erst noch ein Ticket erwerben mussten. Das gab den schließlich 50-60 Teilnehmern die Gelegenheit sich ein wenig im Eisenbahnmuseum, dessen Besuch durchaus zu empfehlen ist, umzusehen. Und auch die vier Verkostungskandidaten konnten in Augenschein genommen werden.

Verkostungskadidaten des Whiskyzug-Abends
Verkostungskadidaten des Whiskyzug-Abends

Gegen 17:15 begann dann plötzlich die Verkostung im Eisenbahnmuseum, ohne dass darauf hingewiesen wurde. So sammelten sich dann die Teilnehmer um den Referenten um seinen Worten zu lauschen. Was gar nicht so einfach war, da die Lokalität, das Eisenbahnmuseum, für dieses Format und mit so vielen Teilnehmern schlicht zu klein ist. Zum Teil war es nicht möglich den Vortragenden zu hören.

Malt Ambassador Arno Gänsmantel erzählte kundig über Whisky, Grundstoffe, Fässer, Brennblasen, ppm, philosophierte über dies und das und informierte sein Publikum unterhaltsam. Eine der wichtigsten Aussagen: „Johnny Walker Red Label ist für den Dorscht!“. Nach der umfänglichen Vorabinfo ging es dann an die Verkostung des ersten Whiskys.

Malt Ambassador Arno Gänsmantel
Malt Ambassador Arno Gänsmantel

Auchentoshan, Three Wood (43Vol.%), aus den Lowlands. Der fiel unseren Testern vor allem wegen des Unterschiedes zwischen Geruch und Geschmack auf.

Auchentoshan Three Wood
Auchentoshan Three Wood

Dabei zeigte sich deutlich, dass die Räumlichkeit mit der Anzahl der Anwesenden überfordert waren. Da einige Teilnehmer sehr durstig schienen, war das Gedränge ziemlich groß. Auch der Zugriff auf Wasser zum Verdünnen gestaltete sich ziemlich schwierig, was wohl auch in der Menge des vorhandenen Wassers begründet lag. Dann mussten unsere Tester zur Kenntnis nehmen, dass man sein Glas behalten sollte, denn frische Gläser waren nicht vorgesehen. Nun spüle man sein Glas mal ohne Wasser; da war Kreativität gefragt.

Es schloss sich Kandidat zwei an, ein 12 Jahre alter Aberlour. Ein Speyside in Whiskytrail Abfüllung mit 46 Vol.%. Fruchtig und von heller Farbe.

Aberlour 10 Jahre Speyside-Trail-Abfüllung
Aberlour 10 Jahre Speyside-Trail-Abfüllung

Zwischenzeitlich war unser Zug vorgefahren und die versammelten Whiskytester machten sich daran diesen zu entern und sich Plätze zu suchen. Gegen 18.30 Uhr zuckelte die Sauschwänzlebahn dann los, nachdem das Sitzplatzgerangel einiger Teilnehmer beendet war.

In angenehme Gespräche verstrickt fuhr man in einem wirklich nostalgischen Waggon durch die sich verdunkelnde Landschaft. Nun wurden auch alle mit einem Fläschchen Wasser versorgt, was die einen sofort austranken, andere aber ein wenig zurückhaltender waren und etwas zum Verdünnen aufbewahrten. Ein weiser Entschluss wie sich zeigte.

Ein besonderes Highlight des Bordservice war Diana mit ihrem Bauchladen, in dem sie kleine Snacks feil bot.

Diana mit Bauchladen und Jens
Diana mit Bauchladen und Jens

Überrascht waren unsere Reisenden, als sie dort auch einen Kräuterschnaps mit Geweih erblickten. Irritiert konnten sie dann noch feststellen, das einige der Teilnehmer die Zeit nutzten und Himbeergeist vertilgten. Vermutlich dauerte es ihnen zu lange bis zur dritten Whiskyverkostung.

Nach einem zehnminütigen Halt in Fützen ging es dann gegen 19.15 Uhr rückwärts wieder Richtung Blumberg-Zollhaus. Auf dieser Strecke wurde dann der dritte Kandidat des Abends kredenzt. Der Edradour, Ruby Port Matured, eine Originalabfüllung aus den Highlands mit 46 Vol.%. Himbeerfruchtig mit scharfem Abgang. Eine kleine Besonderheit: die Destille war einst die kleinste in Schottland.

Edradour Ruby Port Cask Matured
Edradour Ruby Port Cask Matured

Die Vorstellung desselben durch Malt Ambassador Arno Gänsmantel ging leider ein wenig verloren, da die Teilnehmer sich über zwei Waggons verteilten und alte Dampfzüge nicht wirklich leise sind. Jederzeit gut ausgeleuchtet durch das Kamerateam, das während der Fahrt einen Imagefilm drehte, erreichte der Whiskyzug dann seinen  Zielbahnhof, wo der vierte und letzte Testkandidat eingeschenkt wurde. Es handelte sich um einen 7 Jahre alten Ledaig von der Isle Mull „The Maltman“. Der hat 49,5 Vol.% und 30 ppm. Auch hier war der permanente Wassermangel wieder spürbar.

Ledaig 7 Jahre The Maltman
Ledaig 7 Jahre The Maltman

Das angekündigte Buffet entpuppte sich dann ab 20 Uhr als Vesper und man hatte den Eindruck, dass es recht knapp bemessen schien. Der Wurstsalat war irgendwie schnell aus und auch das Brot ging schnell zur Neige. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tische war nicht ausreichend bemessen und so war wieder Kreativität gefragt.

Vesperteller auf einer Museumsvitrine
Vesperteller auf einer Museumsvitrine

Wie üblich an dieser Stelle die Wertung des Teams von Tasteup.de (in Schulnoten):

  • Auchentoshan, Three Wood: 3,75
  • Aberlour 12 y. Whiskytrail Abfüllung: 3,25
  • Edradour, Ruby Port Matured: 4
  • Ledaig, 7y. „The Maltman“: 3,75

Das Tasteup-Fazit des Männerabends:

  • Das Konzept „Verkostung in der Nostalgiebahn“ finden wir prima. Eine Idee mit Potenzial.
  • Malt Ambassador Arno Gänsmantel vermittelt sein fundiertes Wissen locker und entspannt.
  • Der Service der Mitarbeiter war sehr freundlich und man hat sich bemüht organisatorsiche Engpässe zu meistern.
  • Die verkosteten Whiskys waren nach der Meinung unserer Tester eher mittelprächtig.
  • Die Teilnehmerzahl war deutlich zu hoch, gemessen an den Räumlichkeiten.
  • Das Buffett war nach unserer Auffassung eine Mogelpackung. Da sollte echt „Vesper“ angekündigt sein. Oder wenigstens „kaltes Buffett“.
  • Der eklatante Wassermangel war ein echtes Manko.
Zum Schluß nochmals vielen Dank an Jens S für den Fahrdienst, für den ihn die Jungs sponan mit einer Flasche Laphroaig Quarter Cask entlohnt haben. Alle Bilder zu dieser Veranstaltung findest du in unserer Flickr-Gruppe.

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