Verkostungsbericht zum Whisky-Seminar #whiskybarbara

Wie bereits angekündigt, nahm Jens an einem Whisky-Seminar teil. Das Seminar fand am 11.01.2014 in Schwetzingen bei barbara’s wine-yards statt und wurde von Dirk Otte durchgeführt.

Nach der Begrüßung gab es – quasi als Aperitif – einen Thistly Cross Cider. Ist Geschmackssache, aber bei einem Whisky-Tasting mit sieben Schotten und einem Iren sicher nicht verkehrt. Um eine Grundlage zu schaffen für die zu verkostenden Whiskys, gab es für alle Teilnehmer/-innen ein traditionelles schottisches Gericht, eine Cock-a-Leekie Hühnersuppe. Mit den Backpflaumen für unseren mitteleuropäischen Gaumen etwas ungewohnt, aber ich fand die Suppe lecker. Als Nachtisch gab es Shortbread, Oat Nibbles, Fudge und dunkle Schokolade. (Für alle Schottland-Fans, diese Produkte können alle dort im Shop erworben werden).

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Thistly Cross Cider
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Cock-a-leekie Hühnersuppe / Shortbread, Fudge und Co.

Um den Kenntnisstand der Anwesenden zu ermitteln, wandte Dirk Otte ein paar nette Fragen an, so zum Beispiel “Wer hat schon einmal Whisky getrunken” gefolgt von der Frage “Wer hat schon einmal Whisky ohne Eis getrunken”. Entsprechend passte er die Ausführungen zum Produkt Whisky selbst sowie zur Herstellung auf die Zuhörerschaft an.

Auch für mich, der ich schon an einigen Tastings teilgenommen habe und mir viel über Whisky angeeignet habe, war der Theorie-Teil sehr kurzweilig und lehrreich. Alles sehr anschaulich erklärt, vom Rohprodukt Gerste über das Mälzen und Brennen bis hin zur Lagerung und Abfüllung wurde die Faszination Whisky in vielen Facetten beleuchtet.

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Eichenfass nach einigen Jahren Whisky-Lagerung

Gegen 21.00 Uhr, nach Theorie, Essen und einer Pause für Raucher und Einkaufslustige (der Shop grenzt unmittelbar an den Tasting-Raum an), gingen wir zur Praxis über – Whisky verkosten mit allen Sinnen. Informativ waren die Eckdaten, Erläuterungen und Bilder der jeweiligen Destillerien. Fotos der Pot Stills und auch meist noch Schilderungen von Besichtigungen, die Dirk Otte leidenschaftlich vortrug.

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Whisky galore – das Line-Up bei #whiskybarbara

Den Auftakt bildete der Irishman, der einzige Ire am heutigen Abend. Irisch leicht mit Sherrynote und Honigsüsse wäre dieser Whiskey wohl am Ende untergegangen und war somit zu recht am Anfang eingereiht. Meine Note: 4.
Dazu gab es noch einen irischen Trinkspruch, der sinngemäß so lautet:

Wenn wir trinken, werden wir betrunken.
Wenn wir betrunken sind, werden wir müde.
Wenn wir müde sind, schlafen wir.
Wenn wir schlafen, begehen wir keine Sünde.
Wenn wir keine Sünde begehen, kommen wir in den Himmel.
Also, lasst uns Whiskey trinken und in den Himmel kommen!

Weiter ging es mit einem Blended Whisky namens Islay Time. Die genaue Zusammensetzung von Blends ist immer ein Geheimnis. Sicher ist aber er ein hoher Malzanteil und definitiv sind 2 bekannte Islay-Whiskys drin. Ein guter Islay für jeden Tag – mit der dazugehörigen Portion Torfrauch! Wer Interesse an so einem Whisky hat, sollte nicht zu lange überlegen, es wurden nur 2.400 Flaschen davon abgefüllt. Meine Note: 3.

Der darauf folgende Kanditat war ein Aberlour Bourbon Hogshead 12 Jahre. Hell und klar, eichig mit einer gewissen Schärfe im Geschmack. Für mich einer der schwächeren Kandidaten des Abends. Ausser dem A’bunadh konnte mich noch kein Aberlour überzeugen… Note: 4.

Dafür war der nächste Whisky, ein Bunnahabhain, ein guter und ginge es nach der Mehrheit der Anwesenden, der Gewinner des Abends. Vom unabhängigen Abfüller The Whiskytrail nach 11 Jahren mit immerhin 46% aus dem Sherry Fass (Butt) in die Flaschen gefüllt, hat er viel vom Sherry Fass übernommen. Bernsteinfarben glänzend riecht der Malt nach Trockenfrüchten, Kakao, Rosine. Im Mund dann ölig-cremig, anfangs etwas spritig, aber mit der Zeit immer runder und ausgewogener. Note: 2.

Nummer 5 war ein 14-jähriger Mortlach (nicht 4 Jahre, wie auf dem Handout vermerkt), von The Maltman abgefüllt. Anfangs dominiert eine gewisse Süße, nach Toffee oder Kakao, gefolgt von einem pfeffrigen Abgang. Für mich etwas unausgewogen, nicht rund. Note: 4.

Weiter ging es mit einem Edradour Port Matured ohne Altersangabe. Der Portwein dominiert dann auch bei Farbe, Nosing und Tasting. Dazu eine leicht zimtige Note. Kein gewöhnlicher Whisky von dieser kleinen Destillerie. Note: 4.

Als Vorletzter war ein Bowmore an der Reihe. 14 Jahre, Bourbon Hogshead Fass, Single Cask, so die Eckdaten. Und wieder einmal ist Bowmore ein toller Whisky gelungen. Mit ca. 25 – 30ppm kann dieser Single Cask auch die Freunde des Torfrauchs erfreuen, ohne dabei zu dominant rauchig zu sein. Eine schöne, cremige Milde legt sich auf die Zunge, im Abgang kommt Vanille zum Vorschein. Mein persönlicher Favorit, war zudem die teuerste Flasche des Abends. Note: 1.

Zum Abschluss – da gehörte er auch hin – gab es einen Kilchoman. Sehr kräftiger Antritt, sehr dominanter Torfrauch in Nase und Mund. Vier bis fünf Jahre alt, für mich zu jung. Note: 4.

Hier noch das Line-Up in Schriftform:

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Line-Up #whiskybarbara Schwarz auf Weiss

Insgesamt hat mir der Abend sehr viel Spaß gemacht. Für 69,—Euro bekommt man einen fachkundigen Seminarleiter, Seminarunterlagen per E-Mail, zu Essen und vor allem reichlich Whisky. Zudem gab es noch die Möglichkeit, das Whisky-Angebot des angrenzenden Ladens mit Experten zu analysieren. Und auch die Heimfahrt mit dem Taxi wurde schnell organisiert, die Taxiunternehmen warten wohl nur auf das Seminarende bei Barbaras wine-yards, so scheint es.

Ein Wermutstropfen ist dann aber doch vorhanden: 38 Teilnehmer/-innen (erfreulicherweise auch einige Damen dabei) sind viel, damit hatte der Seminarleiter oft zu kämpfen, zudem ist es etwas unpersönlich. Dennoch ein empfehlenswertes Seminar.

Weitere Bilder zur Veranstaltung in unserer flickr-Gruppe.

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