Ein spontanes Tasteup in der Schweiz | #whiskyZH

Die Jungs waren zugegen, als Ende August 2014 das Barcamp Schweiz stattfand. Der Plan sah vor, ein #tastseup anzubieten, über das hier noch berichtet wird. Auf dem Weg zum Veranstaltungsort fiel ihnen ein Spirituosen-Geschäft ins Auge, das auch eine Auswahl an Whisky zu bieten schien. Und so ließ man kurz entschlossen eine Session ausfallen und machte sich spontan auf den Weg die Örtlichkeit zu erkunden.

Glen Fahrn, Whisky mitten in Zürich
Glen Fahrn, Whisky mitten in Zürich

Der Name „Glen Fahrn“ klingt ja verheißungsvoll und man inspizierte das Angebot gründlich und befand es für ausreichend.

Wie nicht anders zu erwarten wurde dabei auch ein schweizer Whisky verkostet und es wurden drei kleine Flaschen weiterer schweizer Produkte erworben um diese zu probieren und zu bewerten.

An dieser Stelle ein Hinweis für unsere Leser aus der Schweiz:
Wir bewerten nach deutschen Schulnoten, d.h., die 1 ist „sehr gut“ und die 6 „unbefriedigend“.

Kandidat Nr. 1:  Appenzeller Säntis Malt, Edition Liechtenstein

Dieser Whisky, der vor Ort verkostet wurde, nimmt seine Charakteristik aus der 5 jährigen Lagerung im alten Eichenholz-Bierfass und dem Finish in einem Pinot Noir Fass, das aus der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein stammt. Zur Verkostung kam Flasche 311 / 380, deren Alkoholgehalt mit 50,0 Vol% ausgewiesen ist.

Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Liechtenstein
Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Liechtenstein

Das Produkt schimmert wie goldener Bernstein im Glas.

In der Nase süßlich, ein wenig rauchig und ein wenig Malz, das Eichenfass schlägt sich nieder. Ansonsten erscheint dieser Whisky im Nosing unspektakulär.

Am Gaumen ist der erste Eindruck dann sehr holzig, die Tannine kommen deutlich hervor. Eine leichte Honigsüße macht sich breit, fruchtige Anteile fehlen ganz.

Der Abgang ist lang, liegt angenehm warm im Bauch ist aber geschmacklich nicht wirklich bemerkenswert.

Unsere Bewertung (nach Schulnoten):

3, 3, 3 = 3

Im Anschluss begab man sich wieder ins Karl der Große, wo die drei Neuerwerbungen im Rahmen des Mittagessens degustiert wurden. Vielen Dank an die Karlis, die es uns ermöglichten unsere mitgebrachten Whiskys dort zu verkosten.

Vor dem Salat wurde Kandidat Nr. 2 sozusagen als Aperitf von den Jungs und zwei Helfershelfern ins Visir genommen.

Kandidat Nr. 2:  Appenzeller Säntis Malt, Edition Sigel

Dieser Singel Malt (o.A.) reifte in kleinen, alten Bierfässern aus Eichenholz der Brauerei Locher in Appenzell. Er hat 40 Vol% und ist bernsteinfarben.

Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Sigel
Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Sigel

Beim Nosing offenbart er sich als recht malzig und alkoholisch. Eine deutliche Honigsüße kommt, wohl wegen der recht sprittigen Nuancen, nicht richtig zu Geltung. Fruchtige Anteile nahmen unsere Tester nicht wahr, dafür die Aromen von Getreide.

Geschmacklich stellt sich das Produkt leider sehr sprittig dar. Ingesamt ist der Auftritt wenig aussagekräftig. Die wenigen geschmackliche Nuancen erstaunten unsere Tester, die ihm eine hohe Eichenlastigkeit attestieren.

Der Abgang ist kurz, ganz ohne wohlige Wärme hervor zu rufen. Nein, einen bleibenden Eindruck hat dieser Whisky nicht vermittelt.

Der Versuch mit Wasser scheitert kläglich und wir können den Zusatz nicht empfehlen.

Unsere Bewertung:

5, 4, 4, 5, 5 = 4,6

Nachdem man sich mit dem Salat gestärkt hatte, ging man daran einen weiteren Whisky zu verkosten.

Kandidat Nr. 3:  Appenzeller Säntis Malt, Edition Dreifaltigkeit

Dieser Singel Malt (oA.) reifte in alten Bierfässern aus Eichenholz der Brauerei Locher in Appenzell. Er hat 52 Vol% und ist von dunkler, brauner Bernsteinfarbe. Bergwasser, Gerstenmalz in Torf sollen ihm eine ganz eigene Note verleihen.

Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Dreifaltigkeit
Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Dreifaltigkeit

Das hervorstechendste Merkmal beim Nosing kann man einfach mit „BBQ“ beschreiben. Süßlich, ein wenig holzig und leider eine sprittige Note. Dazu gesellen sich leicht fruchtige Obertöne.

Torf, der Rauch von Holzkohle, Eichentöne, Bieraromen bilden die geschmacklichen Komponenten, die dem Produkt eine eine gewisse Vollmundigkeit  verleihen. Ein Teil unserer Tester erlebte ihn auf der Zunge als zu scharf.

Der Abgang, BBQ, Holzkohle und Eiche dominieren, ist leider kurz und unspektakulär.

Mit Wasser gewinnen die fruchtigen Anteile ohne dabei die Gesamterscheinung zu dominieren. Ein paar Tropfen Wasser lassen ihn durchaus gewinnen. Im Abgang kommen Zitrusaromen hinzu, dafür reduzieren sich die Raucharomen ein wenig und ingesamt wird dieser Whisky cremiger und gewinnt an Facetten.

Unsere Bewertung:

3, 3, 4, 4, 3 = 3,4

Dann bekamen unsere fleißigen Recken ein ausgezeichnetes Risotto mit Pfifferlingen serviert und schlossen das Mahl mit der Verkostung des letzten Kandidaten ab.

Kandidat Nr. 4:  Appenzeller Säntis Malt, Edition Säntis

Dieser Singel Malt (o.A.) reifte in alten Bierfässern aus Eichenholz der Brauerei Locher in Appenzell. Er hat 40 Vol% und ist bernsteinfarben.

Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Säntis
Säntis Appenzeller Single Malt, Edition Säntis

Im Nosing offenbart sich eine leichte, alkoholische, beißende Schärfe und geheimnisvolle fruchtige Aspekte dominieren das Dufterlebnis.

Am Gaumen hinterlässt dieser Whisky kaum einen Eindruck, er wirkt sehr flach und die Aromen kommen nicht zum Tragen.

Der Abgang ist kurz aber scharf.

Mit Wasser total vewässert. Geschmack weg, Volumen weg.

3, 4, 5, 5, 5 = 4,4

Fazit dieser Verkostung von Whiskys auf der Schweiz:

Die Edition Liechtenstein führt dies schweizinterne Ranking mit eine glatten 3, also befriedigend, an. Als zweiter Sieger kommt die Edition Dreifaltigkeit mit einer 3,3 bevor die anderen Kandidaten weit abgeschlagen hinten bleiben.

Alle unsere Bilder findest du in unserer flickr-Gruppe.

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2 Gedanken zu „Ein spontanes Tasteup in der Schweiz | #whiskyZH

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