Das Tasteup auf dem Schweizer Barcamp | #barcampCH #tasteup

Am 23./24. August 2014 fand in Zürich das #barcampCH im Karl der Große in Zürich statt und die Jungs hatten den beiden Organisatoren des Barcamps, Clemens und Thomas, bereits im Vorfeld zugesagt ein #Tasteup anzubieten. Man kennt sich als Barcamper und Whiskyliebhaber schon geraume Zeit und auch an der, den Tasteups zugrunde liegende Idee, war Clemens ja nicht ganz unbeteiligt.

Bei der Ankunft am Morgen hieß es erstmal Kontakt mit den Location-Sponsoren aufnehmen um diverse Absprachen zu treffen, was zügig und unbürokratisch klappte.

Bei der Sessionankündigung im Rahmen der Sessionplanung waren wir dann überrascht und erfreut, dass sofort nach der Nennung des Wortes „Tasteup“ Hände in die Höhe schossen und die Session somit gebucht war.

Das #tasteup auf dem Session-Board des #barcampCH
Das #tasteup auf dem Session-Board des #barcampCH

Da die Jungs ganz in der Nähe des Barcamps einen Whiskyladen entdeckt hatten, wurde diesem im Laufe des Vormittages ein spontanter Besuch abgestattet um das Angebot zu prüfen. Im Rahmen dieser Aktivitäten kam es, niemand ist wirklich überrascht dies zu lesen, zu einem Testdrive mit einigen Schweizer Whiskys, über den wir hier berichten.

So gegen 17:30 Uhr fanden sich dann acht Whiskybegeisterte (eine Dame, sieben Herren), jeweils mit einer Flasche bewaffnet, ein. Dann genoss man es, im kleinen Kreis die mitgebrachten Whiskys zu verkosten, sich auszutauschen, zu philosophieren und einfach eine entspannte Zeit zu verbringen.

Die mitgebrachten Whiskys konnten sich durchaus sehen lassen, wie das Bild des Lineups beweist.

Das Lineup umfasst wirklich verschiedenste Kandidaten
Das Lineup umfasst wirklich verschiedenste Kandidaten

Kandidat Nr. 1: Ballantines Pure Malt 12y.

Dieser Blend aus Schottland reifte 12 Jahre, hat 40 Vol% und ist von der Farben hellen Honigs.

Ballantines Pure Malt 12yo
Ballantines Pure Malt 12yo

Beim Nosing fallen die Getreidearomen stark ins Gewicht. Aber es kommen auch Anklänge von Honig, Asche, Kaffee sowie ein wenig Torf und Rauch hinzu. Auch wirkt er leicht scharf.

Geschmacklich präsentiert sich dieser Blend recht schnapsig und scharf. Die Eiche bildet das zentrale Geschmackselement, dem sich Getreide und Malz hinzu gesellen. Ein Tester monierte, dass das Produkt nach Plastik schmecke.

Der Abgang wird wieder von der Eiche dominiert, ist kurz und langweilig.

Mit Wasser ist er weniger scharf, bleibt eichig und bekommt eine leicht florale Note.

Der Preis liegt so ab 25,- Euro. Nach unserer Auffassung keine Kaufempfehlung.

Unsere Bewertung (nach Schulnoten):

5, 4, 5, 5, 5, 5, 5, 4 = 4,8

Kandidat Nr. 2: Greenore Small Batch Singel Grain 8y.

Aus Irland kommt dieser 8 Jahre gelagerte Whiskey, der 40 Vol% hat. Die Farbe kann man gut mit strohgelb beschreiben.

Greenore Small Batch 8yo
Greenore Small Batch 8yo

Der erste Eindruck im Mund ist ein wenig schnapsig aber fruchtig. Banane, Vanille, Zimt und Getreide paaren sich mit einer gewissen Süße.

Im Mund ist er smooth und weich, besitzt eine leichte Adstringenz und ist ansonsten eher unspektakulär um nicht zu sagen simpel.

Der Abgang ist fruchtig, ein wenig adstringent und hinterlässt ein leichtes Nachbrennen.

Mit ein wenig Wasser wird der Geschmack richtig blass und bekommt eine blecherne Note.

Bei einem Preis, der so bei 23,- Euro los geht, bekommt man einen soliden Irish Whiskey.

Unsere Bewertung:

4, 4, 3, 2, 3, 3, 3, 2 = 3

Kandidat Nr. 3:  The Yamazaki 18y.

Der japanische Single Malt blickt auf 18 Jahre Lagerung zurück und hat 43 Vol%. Er ist von dunkler Farbe, die an Waldhonig erinnert.

The Yamazaki 18yo
The Yamazaki 18yo

Einer unserer Tester hat es irgendwie auf den Punkt gebracht: „Rum, Traub, Nuss“. In der Tat beherrschen süße Sherry- und Rumaromen den nasalen Eindruck.

Geschmacklich drängt sich Eiche in den Vordergrund, der sich dunkle Schokolade beigesellt. Ingesamt aber ein wenig klompexer Geschmack.

Im Abgang entdeckt man Haselnuss, Rum und dunkle Schokolade. Er ist kurz aber cremig.

Mit Wasser gewinnt das Produkt in allen Qualitäten und wir empfehlen den Einsatz weniger Tropfen.

Bei dem stolzen Preis von ca. 80,- Euro hätten wir mehr erwartet.

Unsere Bewertung:

3, 3, 3, 3, 4, 3, 3, 3 = 3,1

Kandidat Nr. 4: Nikka Taketsuru Pure Malt 17y.

Dieser japanische Blend ist 17 Jahre alt, hat davon einige Zeit im Sherry Cask verbracht und hat 43 Vol%. Farblich präsentiert er sich in Bernstein.

Nikka Pure Malt 17yo
Nikka Pure Malt 17yo

Zuckerrohr, Kokos, ein wenig Rauch, (rote) Fruchtaromen, Rum und Zigarren bilden einige der duftenden Nuancen. Hinzu kommt eine gewisse Sprittigkeit.

Im Mund drängt sich dann Eiche in den Vordergrund. Der Gesamteindruck ist nicht wirklich rund aber recht weich, trotz der schnapsigen Attitüde.

Der Abgang ist tief, anhaltend und liegt angenehm warm im Bauch.

Sanfter, runder, weniger schnapsig, fast ganz ohne Eiche sowie rund und cremig wird dieser Whisky beim Einsatz von ein wenig Wasser, was wir hiermit empfehlen.

Preislich liegt dieser Whisky bei 75,- Euro.
Achtung: es werden auch Flaschen für 110,- Euro angeboten!!!

Unsere bewertung:

3, 3, 3, 3, 3, 2, 2, 2 = 2,6

Kandidat Nr. 5:  Glenmorangie Signet

Dieser Speyside-Whisky hat 46 Vol% und ist aus speziell stark geröstetem Malz gebrannt. Nach einer ersten Reifung in frischen White Oak Fässern aus den Ozark Bergen erhielt das Produkt seine Chrakteristik durch die Nachreifung in Oloroso Sherry und noch weiteren Starkweinfässern. Er ist von einer hellen Bernsteinfarbe.

Glenmorangie Signet
Glenmorangie Signet

Er duftet fruchtig, nach Milchschokolade, Rosinen und Butterscotch aber auch nach Sherry, Kaffee, Tabak und Leder. Dabei bietet er mit seiner leichten Schärfe ein rundes „Nasenvergnügen“.

Im Mund ist er rund und kräftig, schafft sich mit seiner Würze Raum im Gaumen und füllt ihn aus.

Der Abgang ist anhaltend und warm.

Mit Wasser gewinnen Eichenaromen an Volumen, was diesen Whisky nicht sanfter macht. Er wirkt mit Wasser ein wenig ruppig, nicht mehr elegant. Besser ohne Wasser.

Die Verpackung erregte unser Augenmerk und so wird dieser Whisky zum Design-Sieger dieser Verkostung.

Preislich liegt dieser Whisky bei 120,- Euro.

Unsere Bewertung:

3, 2, 2, 1, 2, 2, 2, 1 = 1,9

Kandidat Nr. 6: Coal Ila 18y.

Von der Insel Islay kommt dieser Whisky, der 18 Jahre Zeit hatte zu reifen. Er hat 43 Vol% und ist von einem sanften Gold-Gelb.

Caol Ila 18yo
Caol Ila 18yo

Seine Herkunft kann er nicht verleugnen. Beim Nosing dominieren Rauch und Torf, Erinnerungen an verbrannte Reifen werden wach, der eine oder andere muss an geräucherten Speck (aus dem Schwarzwald) denken und doch sind da diese süßen Fruchtnoten.

Geschmacklich ist er erst überraschend mild um dann seinen Rauch freizugeben.

Im Abgang sanft medizinisch, cremig aber leider ein wenig zu kurz.

Vom Zusatz von Wasser bitten unsere Tester abzusehen.

Ein ehrlicher Islay mit Torf und Rauch für ca. 80,- Euro. So soll er sein.

Unsere Bewertung:

2, 2, 3, 2, 3, 3, 3, 1 = 2,4

Kandidat Nr. 7: Laphroaig QA Cask

Ebenfalls von der Insel Islay kommt diese „Travel Retail exclusive“ Flasche mit einem Liter Inhalt. Er hat sein typisches Aroma durch die amerikanischen Weißeichenfässer (QA Cask), in denen er nachreifen konnte und seine 40 Vol%. entwickelte. Er hat eine helle Honigfarbe.

Laphroaig QA Cask
Laphroaig QA Cask

Der typische Geruch der Quecus Alba Fässer bildet das Grundgerüst, das von Leder und schnapsigen Obernoten umrahmt wird.

Am Gaumen entfalten sich Rauch und Torf in Maßen aber ansonsten ist der Geschmack eher unspektakulär.

Der Abgang besätigt dies; kurz und „lahm“.

Der Einsatz von Wasser macht diesen Whisky nicht besser.

Bei einem Literpreis von ca. 70,- Euro bekommt man einen nicht zu heftigen Vertreter der Islay-Whiskys. Uns erscheint der Gesamteindruck zu verdünnt. Wir könnten uns vorstellen, dass eine Abfüllung mit z.B. 46 Vo%. diesem Produkt gut zu Gesicht stehen könnte.

Unsere Bewertung:

4, 4, 4, 3, 5, 4, 4 = 4

Kandidat Nr. 8: Talisker Dark Storm

In speziell verkohlten Fässern reifte dieser Whisky von der Isle of Skye, den wir aus einer „Travel Retail exclusive“ Flasche verkosteten. Er hat 45,8 Vol% und hat eine Farbe wie dunkler Bernstein.

Talisker Dark Storm
Talisker Dark Storm

Im Nosing entfalten sich Honig (Tannenhonig?), Frucht und Kohle, salzige und speckige Aromen erinnern an eine herbe Meeresbrise und wir meinen einen Hauch von Schwefel wahr zu nehmen.

Im Mund entwickelt sich ein runder und smoother Geschmack, der rauchig, salzig und straight ist. Und wieder erinnern wir uns an einen Spaziergang am Meer.

Der Abgang ist warm, kräftig, angenehm salzig und anhaltend.

Diesen Whisky mit Wasser zu probieren, davon raten wir ab. Er wird scharf im Rachen und verliert geschmacklich.

Der Preis liegt bei 60,- Euro, die sicher nicht verkehrt angelegt sind, wenn man es etwas „derber“ mag.

Unsere Bewertung:

3, 2, 2, 3, 3, 2, 2 = 2,4

Fazit:

Wir freuen uns, mit der Teilnahme am #barcampCH nun auch erstmalig die Gelegenheit gehabt zu haben, das Format #tasteup im Ausland vorstellen zu können.

Whisk(e)y aus Japan, Schottland, Irland und ein Blend hoben dieses Tasting durchaus von handelsüblichen ab.

Klarer Sieger ist der Glemorangie, auch im spontan vergebenen Sonderpreis in der Kategorie Design. Den zweiten Platz teilt sich der Caol Ila 18y. mit dem Talisker Dark Strom.

Der Tagessieg für Preis / Leistung geht an den Greenore Small Batch Single Grain, der für ca. 23,- Euro einen soliden Whisky, speziell auch für Einsteiger, bietet.

Danksagung:

  • barcampCH für den Event
  • Karl der Große für die Location, die Bereitschaft uns den mitgebrachten Whisky verkosten zu lassen und die Unterstützung bei der Raumwahl.
    Wir hatten in Sabine eine nette und kompetente Ansprechpartnerin, die uns ganz toll unterstützt hat.
  • Tobias Russ von Moët & Hennessy für den Glenmorangie Signet
  • Den Jungs für ihr Engagement
  • Und, last but nor least, unseren Teilnehmern. Es war schön mit euch und wir freuen uns auf ein nächstes Mal.

Alle Bilder findest du in unserem flickr-Album.

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