Bericht vom Whiskytasting „Balvenie meets Glenfiddich“ | #whiskyRW

Wie bereits angekündigt besuchten zwei der Jungs am letzten Donnerstag ein Whiskytasting in Rottweil, das vom örtlichen Getränkehändler Mebold veranstaltet wurde.
Wir hatten hier bereits ein Rum-Tasting erlebt, das uns gut gefallen hat, da fiel die Entscheidung leicht.
Thematisch überschrieben war der Abend „Balvenie meets Glenfiddich“ und es sollten die beiden benachbarten Destillen aus dem „Tal der Hirschen“ (gäl.: Glenfiddich) verkostet und verglichen werden. Nebenbei, Balvenie ist (wer hätte es gedacht?) gälisch und heißt übersetzt „Siedlung des Glücks“.

Durch den Abend führte Helmut Knöpfle, eine „mit allen Wassern gewaschene Whiskynase“. So die Ausschreibung.

So fanden sich dann ca. 30 Whisky-Interessierte in der Rottweiler Heerstraße ein, um von Helmut Knöpfle durch diesen Wettstreit der beiden Brennereien aus den Highlands geführt zu werden.

Der Conférencier brillierte durch seine unterhaltsame Art, wusste fundiert Historisches zu vermitteln, erwies sich als Kenner der internationalen Whisky-Szene, streute immer wieder Anekdoten ein und verstand es, sein Publikum einzubeziehen.

Wusstet ihr z.B., dass die dreieckige Form der Glenfiddich-Flaschen von Harold Stabler kreiert wurde, der auch für das bekannte Logo der Londoner U-Bahn verantwortlich zeichnet?

Zur Verkostung kamen 3 Produkte von Glenfiddich, 2 Balvenie und eine Eigenabfüllung von Mebold. Aber der Reihe nach:

Kandidat 1: Glenfiddich 14y. Rich Oak

glenfiddich-14-jahre-rich-oakDieser Whisky fand sein Finish bei einem 12-wöchigen Aufenthalt in First Fill Fässern aus europäischer Eiche.
Von hellem Bernstein ist die Farbe, dieses, nach Vanille, Trockenfrüchten, leichten Eichenaromen und Aprikose duftenden Malts, der 40 Vol% hat.
Am Gaumen dominieren Vanille, Aprikose, Rosine und Gewürze aber auch die sanften Tannine des Eichenfasses finden sich wieder.
Der Abgang erschien unseren Testern als eichenbetont und leider zu kurz. Im Bauch kommt er warm an, dann ist aber am Gaumen nichts mehr verhanden.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung (nach Schulnoten):

3, 3, 3 = 3

Kandidat 2: Glenfiddich 15y. Solera VAT

glenfiddich-15-jahre-soleraInspiriert von der Sherry-Herstellung wurde dieser Whisky nach dem Solera-System hergestellt und es werden Whiskyabfüllungen aus verschiedenen Fasstypen (neue Eichenfässer, Bourbon, Oloroso) zusammengeführt.
Er ist von dunkelgoldener Farbe und hat 40 Vol%.
Das Nosing offenbart Honigsüße, Früchte und Vanille und ganz leichte Anklänge von Holz.
Im Mund ist das Produkt dann überraschend facettenarm, vermittelt einen weichen aber wässrigen Eindruck.
Der Abgang ist unspektakulär, kurz und hinerlässt keinen bleibenden Eindruck.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung:

4, 3, 3 = 3,3

Hier wurde zu Demonstrationszwecken ein Glas Wild Turkey 101 gereicht. Wir haben nur gerochen und urteilten einstimmig: Nagellackentferner.

Kandidat 3: Glenfiddich 18y.

glenfiddich-18-jahreEbenfalls in einem dunklen Goldton tritt uns dieser Whisky mit 40 Vol% entgegen, der eigentlich aus zwei verschiedenen Whiskys besteht, da Reifungen aus Bourbon- und Oloroso-Fässern vermählt wurden.
Aromen von Bratapfel, Früchte, Sherrynoten und Malz erreichen die Nase.
Beim gustieren erweisen sich Weichheit, Süße und eine feine Malzigkeit als tragend.
Der Abgang ist sehr weich und leider zu kurz, nach Meinung unserer Tester.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung:

5, 4, 4 = 4,3

Hier wurde eine Pause eingelegt und man konnte sich mit Bauernbrot, Schwarzwurst und Käse stärken.

Kandidat 4: The Balvenie 14y. Caribbian Cask

balvenie-14-jahre-caribbean-caskVon goldener Farbe und mit 43 Vol% wurde dieser Whisky nach 14 Jahren in Fässer umgefüllt, die vorher einen Blend aus karibischen Rums enthielten.
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass Vanille, Rosine, Orange und Toffee den olfafktorischen Eindruck beherrschen.
Auf der Zunge spürt man dann aber auch die Eichenanklänge, die sich mit der ausgeprägten exotischen Süße vereinen.
Auch hier bedauern unserer Tester den eher kurzen Abgang.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung:

4, 4, 4 = 4

Kandidat 5: The Balvenie 15y. Single Barrel (bottle 8/282)

balvenie-15-jahre-single-barrelDieser strohgelbe Whisky mit 47,8 Vol%  ist übrigens nicht kühl-gefiltert und auch nicht, wie bei Balvenie üblich, durch ein Sherryfass gegangen.
Trotzdem kommen beim Geruchstest ganz intensiv Aromen von Rosinen, Toffee, Vanille und Früchten zum Vorschein.
Im Geschmack ist er vollmundig, fruchtig und angenehm kräftig.
Sein Abgang ist mittellang und sehr aromatisch.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung:

3, 2, 3 = 2,7

Kandidat 6: Auchorisk 14y. – Eigenabfüllung Mebold (bottle 148/438)

auchroisk-14-jahreDieser Speyside kommt in seinem bernsteinfarbenen Gewand und 47,5 Vol% daher.
Süße und auch fruchtige Aromen bestimmen seine Charakteristik, sowohl geruchlich, als auch geschmacklich.
Der Abgang ist durchaus kräftig, ein wenig ölig aber nicht spektakulär.
Vom Versuch mit Wasser raten wir ab.

Unsere Bewertung:

3, 5, 4 = 4

Fazit:

Die Whiskyauswahl des Abends wies kaum signifikanten Unterschiede auf, jedoch setzte sich im Gesamtklassement der Balvenie 15y. Single Barrel an die Spitze. Ziemlich dicht auf folgt der Glenfiddich Rich Oak.

Helmut Knöpfle hat uns als Vorkoster gut gefallen, nicht zuletzt, weil er ein schier unerschöpfliches Faktenwissen über Whisky im Allgemeinen und im Besonderen hat.

Die Organisation durch die Firma Mebold, in Person von Axel und seinen Kolleginnen, war klasse. Vielen Dank dafür.

Der Unkostenbeitrag von 15 Euro pro Person war angemessen.

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