Die Casablanca Bar im Novum Unique Hotel

Eine spontane Verkostung in Dortmund | #whiskyDO

Zwei der Jungs verschlug es im November 2014 nach Dortmund, genauer gesagt ins Novum Hotel Unique, wo man natürlich die Hotelbar in Augenschein nahm.
Der obligate Blick in die Karte offenbarte unseren beiden Jungs nicht Neues oder Interessantes aber ein Blick in das Barregal sorgte dafür, dass man sich spontan entschloss die gebotenen Möglichkeiten zu nutzen und beraumte eine Verkostung an.

Kandidat #1: Royal Salute 21y.

Royal Salute, 21y., blended Scotch
Royal Salute, 21y., blended Scotch

Dieser Speyside, ein Blended Scotch, hat 40Vol% und sortiert sich farblich zwischem dunklen Honig und Bernstein ein. Gereift ist diese Produkt, das als ein Tribut an die Krönung von Elisabeth II. geschaffen wurde, in Chivas-Fässern und wurde dann in Keramik-Krüge gefüllt, die wiederum in ein Samtsäckchen gesteckt wurden; edle Aufmachung.
Dieser Whisky wird übrigens auch im Emirates Palace in Abu Dabi ausgeschenkt.

In der Nase überrascht ein unsere Tester positiv. So nimmt man Eiche, Holz und Früchte wahr.

Bei der Verkostung kommt sein Alter zum tragen, dass für einen sehr holzigen Eindruck sorgt.

Der Abgang ist sehr kurz und unspektakulär.

Wir können den Einsatz von Wasser nicht anraten, da er in allen Qualitäten verliert.

Unsere Bewertung (nach Schulnoten):

3, 3 = 3

Kandidat #2: The Balvenie, DoubleWood, 12y.

The Balvenie Double Wood 12y.
The Balvenie Double Wood 12y.

Dieser Whisky hat 40Vol% und von satter, dunkler Bernsteinfarbe. Destillentypisch reifte er sowohl in Sherry- als auch Bourbon-Fässern.

Beim Nosing erkennt man nicht unbedingt, dass er in zwei verschiedenen Fässern gelagert wurde. Jedoch bestimmen Holznoten, einen leichte Süße und Fruchtaromen (Orange) das Geschehen. Ingesamt bleibt er aber unspektakulär.

Geschmacklich kommen die Holzaromen sehr deutlich zum Tragen und der fruchtige Anteil verliert sich da fast gänzlich.

Der Abgang ist leider recht kurz und wir vermissen das warme Gefühl im Magen.

Auch hier raten wir ab ihn mit Wasser zu trinken. In der Nase wirkt er schnell schnapsig, wirkt im Mund aber weicher, wobei allerdings die Aromen deutlich geringer zum Tragen kommen.

Unsere Bewertung:

3, 3 = 3

Kandidat #3: Macallan Amber

Macallan Amber
Macallan Amber

Der jüngste Vertreter der „Series 1824“ (allesamt Whiskys ohne Alterangabe) hat 40Vol% und macht seinem Namen Bernstein (engl. = amber) farblich alle Ehre. Gereift ist dieser Speyside ausschließlich in First-fill und Refill Fässer aus spanischer und amerikanischer Eiche.

Man riecht deutlich Vanille, eine leicht Schärfe, Holz, Früchte, Rosinen und Anklänge von Getreide.

Auf der Zunge dominieren Holz, Sherry und Apfel.

Der holzige Abgang ist unseres Erachtens unspektakulär und zu kurz.

Mit Wasser gewinnt er an Ausgewogenheit in der Nase und hinterlässt einen runderen, harmonischeren Eindruck. Im Mund kommen die Holzaromen deutlicher zum Vorschein.
Der eh kurze Abgang verliert leider noch mal an Charakter.

Unsere Benotung:

3, 3 = 3

Kandidat #4: Glenkinchie 12y.

Glenkinchie 12y.
Glenkinchie 12y.

Farblich von dunklem Stroh kommt dieser Lowland mit 43Vol% daher, der 2007 den 10jährigen ablöste und auch als „The Edinburgh Malt“ bezeichnet wird.

Geruchlich bestimmen Fruchtnoten, Gras, Blumenwiese und Zitrusaromen das Geschehen.

Geschmacklich ist er recht kräftig und offenbart seine malzige Note, wobei die Fruchtigkeit erhalten bleibt. Als sehr angenehm empfanden unsere Tester eine gewisse Adstringenz.

Der Abgang ist mittlelang und harmonisch. Mit Bedauern stellen wir fest, dass er nicht wirklich warm im Magen ankommt, sondern sich auf dem „Weg nach unten“ sozusagen verliert.

Mit Wasser gewinnt er deutlich, entwickelt mehr Nuancen und wird noch mal fruchtiger. Leider verliert er im Abgang noch mal erheblich.

Unsere Bewertung:

3, 3 = 3

Kandidat #5: Elijah Craig 12y.

Elijah Craig,12y., Kentucky Straight Burbon
Elijah Craig, 12y., Kentucky Straight Burbon

Dieser Kentucky Straight Whiskey, ein „Small Batch“, hat 47Vol% und ist dunkler Goldfarbe.

In der Nase vermittelt er einen ungewöhnlichen Eindruck. Orange, Vanille, Leder bestimmen hier den ersten Eindruck.

Am Gaumen kräftig und holzig, gepaart mit eine gewissen Süße.

Auch hier ist der Abgang kurz und unspektakulär.

Mit Wasser bekommt dieser Whiskey einen unangenehmen Touch von Azeton (Nagellackentferner) und unsere Tester haben den Versuch mit Wasser abgebrochen.

Unsere Bewertung:

4, 4 = 4

Fazit

Erstmalig können wir keinen Sieger benennen, da vier der fünf verkosteten Kandidaten gleichauf liegen. Am wenigsten zugesagt hat unseren Testern der Kentucky Straight, was in diesem Feld aber nicht wirklich überraschend kommt.

Randbemerkungen

Ein Highlight besonderer Art fand sich auch noch im Whisky-Regal der Bar Casablanca: eine Flasche Ballantines Finest mit eigener Beleuchtung.

Ballantines Finest in der Whisky-Version… #whiskyDO

A video posted by Jay F Kay (@hoomygumb) on


Ein Hinweis für alle, die nun wegen der Whiskyauswahl in diese Hotelbar wollen:
Durch einen kürzlich erfolgten Betreiberwechsel wurde die Whisky-Karte erheblich reduziert und unsere Vorkoster hatten sozusagen noch Zugriff auf die „Auslaufmodelle“.

Weitersagen heißt unterstützen!

2 Gedanken zu „Eine spontane Verkostung in Dortmund | #whiskyDO

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