Bericht 2. Whisky-Menü-Abend im Brennerhof | #whiskyMENÜ #ScotchLambPGI

Wie hier angekündigt, fand am 13.03.2015 der zweite Whisky-Menü-Abend im Brennerhof statt. Aufgrund der großen Nachfrage beim ersten Whisky-Menü-Abend hatten Brigitte und Klaus vom Brennerhof beschlossen, eine zweite Veranstaltung hinterherzuschieben. Speziell eingehen wollen wir mit diesem Bericht insbesondere auf das Lammfleisch von Quality Meat Scotland sowie die Abweichung bei der Whiskyauswahl. Da das Menü an sich und die Whisky-Auswahl bis auf einen Kandidaten gleich waren, sei an dieser Stelle auf den Bericht vom 1. Whisky-Menü-Abend verwiesen.

Wie gewohnt bei derartigen Veranstaltungen im Brennerhof begrüßte Klaus Kiefer die Gäste per Handschlag, platzierte alle Anwesenden an den vorgesehenen Plätzen und servierte die ersten Getränke gegen den Durst. Danach war es an Jay, das exquisite schottische Lammfleisch zu präsentieren. Denn wir hatten – Dank der Unterstützung durch Scotch Lamb PGI von Quality Meat Scotland – den Gästen herausragendes zu bieten:

Das schottische Lammfleisch g.g.A. war eigens für die Veranstaltung per Express eingeflogen worden. Ein toller Service! Somit konnte Brigitte mit top frischem und sehr hochwertigem Fleisch die Speisen gegenüber dem ersten Whisky-Menü-Abend nochmal verbessern. Mehr zu unserem Fleischlieferanten Quality Meat Scotland ganz am Ende dieses Beitrags.

Der Ablauf war den Hauptdarstellern angemessen. Denn ein tolles Essen und ein guter Whisky wollen in aller Ruhe, ohne Zeitdruck, genossen werden. So gab es immer zwischen den einzelnen Gängen genügend Zeit für den Gedankenaustausch oder auch für die Anhänger von Tabakröllchen die Möglichkeit, gemütlich an der frischen Luft eine Zigarette zu rauchen. Denn Hektik und Stress gehören weder zum Brennerhof noch zu einem solch erlesenen Menü, geschweige denn zu Single Malt Whisky.

Zunächst wurde der jeweilige Whisky serviert. Dann gab es eine Erklärung zur Destille und zur jeweiligen Abfüllung. Anschließend wurde gemeinsam mit Eyeing, Nosing und Tasting der Whisky verkostet.

Amuse Gueule: Blätterteiggebäck & Bunnahabhain XII

Zum Appetithäppchen, den auf den Tischen bereit stehenden, herzhaften Blätterteigschnecken, wurde ein absoluter Klassiker verkostet, der Bunnahabhain XII. 12 Jahre alt also und mit 46,3 Vol% kommt dieser Single Malt von der Insel Islay daher. Wer jedoch denkt, Islay ist nichts für mich, der sollte diesen Whisky mal kosten, denn auch unserem Publikum gefiel, dass dieser Vertreter nur minimal rauchig ist und eine angenehme fruchtig-nussige Süsse aufweist. Sollte unserer Meinung nach in jedem Whisky-Regal stehen. Ein leckerer Einstieg in das Menü.

Vorspeise: Schottische Wachteleier & BenRiach Curiositas

Als Vorspeise gab es in Hackfleisch aus schottischen Lamm gegarte Wachteleier, auf einem Lauchgemüse aufgetragen, wozu wir einen rauchigen Speyside-Whisky, den BenRiach Curiositas 10 Jahre, ausgesucht hatten. Normalerweise sind Whiskys aus der Region Speyside im Nordosten Schottlands eher zart, blumig und nicht gar nicht rauchig – dieser BenRiach jedoch hat eine ordentliche medizinisch-phenolige Note. Viele machten den Geruch von Teer und Moos aus. Jedoch wusste der Whisky auch mit einer angenehmen, malzigen Süße zu erfreuen. Das cremige und überaus leckere Lauchgemüse und die Hackbällchen (ebenfalls mit schottischem Lammfleisch zubereitet) mit je einem Wachtelei als Innenleben harmonierten prächtig mit dem kräftigen, leicht süßen Whisky.

  • Bewertung nach Schulnoten: 2,99

Zwischengang: Lachstatar & Ardbeg Uigeadail

Wieder ein absoluter Knaller, geschmacklich aus Sicht der Anwesenden der Höhepunkt im Menü: Der Zwischengang, bestehend aus Lachstatar mit Limettensauce und Lachskaviar sowie einem rauchigen Whisky von der Destillerie Ardbeg. Dieses Mal jedoch der Uigeadail, der den beim letzen Whisky-Menü-Abend verkosteten Auriverdes ersetzte. Ein starker Whisky, der mehr Kraft besitzt als der Auriverdes. Schon in der Nase verbreitet dieser goldgelbe bis bernsteinfarbene Whisky ein tolles Aroma. Getragen vom Torfrauch sind auch eine schöne Süße und Anklänge von Speck zu riechen. Und so schmeckt er dann auch. Wir finden, ein überaus charaktervoller Whisky – der natürlich auch polarisiert. Manche mögen es lieber etwas zart und mild, da würden wir vom Uigeadail abraten. Aber für Freunde kräftiger Whiskys ist diese Abfüllung ohne Altersangabe absolut eine Empfehlung.

Das Gericht mit dem Whisky ergab dann auch eine überaus stimmige Kombination. Denn obwohl Uigeadail und Lachstatar geschmacklich unheimliche Wucht besitzen, harmonierten sie eben in ihrer Gegensätzlichkeit wunderbar. Der kräftige Whisky, immerhin 54,2 Vol.% Alkohol und das geschmacklich ebenfalls intensive Tatar erfreuten Whiskykenner und -neulinge gleichermaßen. Wunderbar, wie unterschiedliche Geschmacksnerven und Geschmäcker hier angesprochen wurden.

  • Bewertung des Uigeadail: 2,75

Hauptgang: Lammkotelett & Aberlour A’Bunadh

Als Hauptgang genossen wir Lammkotelett auf Selleriepüree und Rotweinschalotten. Ein Highlight, denn die Koteletts waren von hervorragender Qualität, Quality Meat Scotland trägt seinen Namen unserer Einschätzung nach vollkommen zu Recht. Perfekt auf den Punkt gebraten, noch zart rosa, die Rotweinschalotten schön sämig. Das dazu servierte cremig schmelzende Kartoffel-Sellerie-Püree war die ideale Ergänzung. Zu diesem Gang hatten wir uns für einen leicht süßen Whisky in Fassstärke, den Aberlour A’Bunadh, entschieden. Trotz seines Alkoholgehalts von über 60 Vol.% begeisterte dieser Speyside Single Malt und setzte sich neben dem saftigen Lamm und den würzigen Rotweinschalotten hervorragend in Szene, ohne dabei zu stark bzw. zu alkoholisch zu sein. Dieser Whisky und auch das schottische Lammfleisch hatten mit diesem Gericht einige neue Fans erhalten. Der Aberlour war mit den hervorragenden Bewertungen dann auch unser Sieger des Abends.

Dessert: Shortbread-Trifle & Glenmorangie Lasanta

Zum Dessert gab es für alle die doppelte Menge an Whisky. Denn der dazu gereichte Glenmorangie Lasanta steckte auch in den Früchten. Mit dem Inhalt einer ganzen Flasche Lasanta hatte Brigitte den Obstsalat „beschwipst“. Wir empfehlen übrigens den überarbeiteten Lasanta, der seit Mai 2014 erhältlich ist. Nur noch 43 statt 46% Alkoholgehalt, 12 Jahre alt und insgesamt sehr stimmig. Mit seinem runden Geschmack und der sanften, filigranen Textur ergänzte er das Shortbread-Trifle – ein herrlicher Abschluss, die Komposition aus Obst, Shortbread, Creme und Whisky war wie aus einem Guss.

Schmankerl: Clement Rhum Agricole Martinique VSOP

Wie nicht anders zu erwarten bei unseren Tastings gab es als kleines Schmankerl etwas, was nicht den Namen Whisky trägt. Nicht, weil das Essen oder die Whiskys noch eines Sahnehäubchens bedurft hätten. Einfach um aufzuzeigen, dass es auch noch andere spannende Spirituosen gibt, die es wert sind, verkostet zu werden. Die Erfinderin, Frau Werner vom Tuttlinger Spirituosen-, Zigarren- und Geschenkartikelladen Tabak Werner, war am heutigen Abend ebenfalls zu Gast, was uns sehr erfreute.

Als Abschluss hatten wir uns für einen Rum entschieden. Wir schenkten einen Clément Rhum Agricole VSOP von der französischen Antillen-Insel Martinique aus. Übrigens in frisch gespülte Gläser. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit, nicht lauter verschiedene Whiskys und dann auch noch den Rum in ein und dasselbe Glas zu kippen. Wir spülten nach jedem Whisky die Gläser, so dass jedes Getränk den bestmöglichen Geschmack entfalten kann.

Beim Rum handelt es sich um einen Rum aus Zuckerrohr, nicht aus Melasse. Dieser in einem aufwändigen handwerklichen Verfahren hergestellt wird. Keine Industrie- oder Massenware, sondern ein feines, erlesenes Tröpfchen, welches durch die Reifung in Eichenfässern vollendet wird. Nicht übertrieben süß und angenehm würzig. Den Alkoholgehalt von 40% nimmt man kaum wahr.

Mit seinem leicht eichigen Geschmack und dem langen Abgang war dieser Rum für viele eine Aha-Erlebnis. Denn nicht nur 3-jähriger Bacardi trägt den Namen Rum. Man muss um dieses Getränk keinen Bogen machen, nur eben Abstand nehmen von Industrieware – die gehört, wer’s mag, ins Cola!

Danke!

An dieser Stelle möchten wir uns bedanken. Wir hatten ein wirklich tolles, interessiertes Publikum. Es wurde viel diskutiert, tolle Aufzeichnungen zu den Whiskys gemacht. Besonders freut uns, dass wir einige absolute Whisky-Experten in der Runde hatten. Wir hatten wieder jede Menge Spaß. Tolle Gesellschaft, tolles Essen, lecker Whisky – da kann man es schon aushalten.

Ein ganz besonderer Dank geht an Quality Meat Scotland für das Fleisch. Es war wirklich von herausragender Qualität und wurde „just in time“ in top Zustand per Express angeliefert. Was für ein Service.

Und natürlich bedanken wir uns auch bei Brigitte und Klaus, weil sie von Anfang an an uns geglaubt haben und unserem Whisky-Hobby eine Heimat gegeben haben.

QUALITY MEAT SCOTTLAND (QMS)

Scotch Lamb PGI
Scotch Lamb PGI

QMS ist ein Qualitätsfleischprogramm der Schottischen Fleischwirtschaft in Kooperation mit der EU. Deren Ziel es ist, die Bekanntheit der Kampagnen Scotch Beef g.g.A. und auch Scotch Lamb g.g.A. etc. zu fördern und auf die hochwertige Qualität hinzuweisen. Und damit das funktioniert, muss die geografische Angabe publiziert werden, denn wie in vielen anderen Fällen, wird auch im Lebensmittelbereich viel kopiert, an das g.g.A. bzw. PGI trauen sich die Namensnachahmer jedoch nicht wirklich heran. Wer mehr darüber wissen möchte, findet alle Informationen zu den Kampagnen auf der Website von Quality Meat Scotland und derem Deutschlandbüro.

Bleiben Sie dran!

Wir werden hier auf dieser Seite und über unsere diversen Kanäle die Terminankündigung für den nächsten Whisky-Menü-Abend publizieren. Vermutlich im Herbst 2015. Einfach immer mal wieder reinschauen…

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2 Gedanken zu „Bericht 2. Whisky-Menü-Abend im Brennerhof | #whiskyMENÜ #ScotchLambPGI

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